Tuesday, July 25, 2006

2) Das Haus der 1000 Treppen



Die Unterkunft in der wir für 120$ im Monat sind ist gar nicht so leicht zu erreichen. Ein fummeliges Türschloss ("mit Gefühl, nicht mit Gewalt..."), einige Treppen und Hinterhöfe/Dächer (so genau lässt sich das nicht sagen), dann noch ne Tür, wieder Treppen, noch mehr Treppen und denn ist man da...vor der letzten Tür. Unsere Vermieter sind ein nettes älteres Ehepaar, Carlos kann leider wenig Englisch, die Hausdame kann nur Spanisch...was sie aber (trotz unserer glaubhaften Versicherung, daß wir totale Bratwürste im Spanisch-Sprechen sind) nicht davon uns freudig mit Spanisch zu überschwemmen. Einfach "Si" sagen und nett lächeln, klappt eigentlich immer. Hier sind noch 4 andere deutsche Praktikanten (Zivilisten), die können alle Spanisch, wir sehen sie aber kaum.
Der Coca-Tee vom Vorabend schmeckt übrigens ziemlich scheusslich, die Blätter soll man roh in den Mund nehmen und kauen. Nachdem Basti 5 Minuten enthusiastisch das eklige Blatt zwischen den Zähnen zermalen hat und es endlich weg ist geben die Gasteltern zu verstehen, daß man dann das Blatt wieder ausspuckt. Hm... Da Basti nichts mehr zum Ausspucken hat lachen die Gastgeber und sagen ihm eine lustige Nacht vorraus. Wie gesagt, wir sind nicht zum Spass hier... Heiko hat die erste nacht dagegen gut überstanden. Wir beschliessen für die nächsten Wochen uns uns ganz relaxt an die Luft zu gewöhnen und unser Spanisch aufzumöbeln. Soviel zu den guten Vorsätzen.
Wir melden uns zum Dienstantritt in Uniform (Feldanzug, mehr ging bei 20 Kilo Gepäck für 10 Wochen nicht mit) bei der deutschen Botschaft und gehen den 15 Minuten-Weg zu Fuß... wir fallen ungefähr so auf wie ein buntes, auf einem Drahtseil Salti schlagendes Eichhörnchen das singt. Die Bolivianer sind alle relativ klein und drahtig, aber dürr...bis auf die Gesichter, die ähneln verblüffend Pfannkuchen. Basti kann mit 1.76 endlich auch mal über fast alle rübergucken, Heiko ist mit 1.86 so ne Art Zirkusattraktion.

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